Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich meine erste Buchmesse überhaupt besucht habe: Im März 2025 waren meine Tochter und ich spontan nach Elmshorn zur Buchmesse gefahren. Leider kamen wir gar nicht erst rein, denn die Menschenschlange wand sich um mehrere Häuserecken und es war ganz schön kalt. Also sind wir lieber einen Kaffee trinken gegangen. Etwa eine halbe Stunde vor Schluss waren wir aber doch noch einmal dort und sind dann auch sofort reingekommen.
Und da passierte irgendeine Magie. Dort waren lauter Menschen, die ohne Verlag ihre Bücher herausgebracht hatten, und auf diese Bücher waren sie stolz wie Eltern auf ihre Kinder. Es lag so viel Wertschätzung und Wohlwollen in der Luft, und alle, mit denen ich sprach, waren so … Es ist schwer zu beschreiben. Sie waren einfach wie ich. Es war, als wäre ich nach Jahrzehnten zu einem Familientreffen nach Hause gekommen und mit offenen Armen empfangen worden.
Und all die schönen Bücher! Die Zeiten sind wirklich vorbei, in denen Bücher, die im Selfpublishing publiziert wurden, auch so aussahen – irgendwie selbstgemacht, aber nicht im besten Sinne. Bücher, denen man schon am Cover sofort ansah, dass da kein Profi am Werk war, deren Inhalt schlecht oder gar nicht lektoriert war und wo es von Rechtschreibfehlern nur so wimmelte.
Heute investiert ein Selfpublisher, der etwas auf sich hält, viel Geld in ein professionelles Cover, ein vernünftiges Lektorat und Korrektorat und den Buchsatz. Kosten von mehreren Tausend Euro für ein Buch, das noch gar nicht gedruckt ist, sind da ganz normal, aber das sieht man den Büchern dann eben auch an. Und solche Bücher kauft man dann auch gerne und noch wichtiger: Man liest sie mit Freude.
Im Herbst 2025 war ich dann zum zweiten Mal auf einer kleinen Buchmesse (davor war ich noch als Besucherin auf der BuchBerlin gewesen, die schon etwas größer ist) und diesmal gleich als Ausstellerin. Mein Buch war zwar noch nicht fertig, aber ich dachte mir, als Übung ist das vielleicht sogar ganz gut, denn dann mache ich mir keinen Druck, etwas verkaufen zu müssen. Ich habe meinen Stand immer mal wieder alleine gelassen, um herumzugehen und mit anderen Autoren zu sprechen. Und ich habe so viele nette Menschen kennengelernt, andere Mitglieder der großen Selfpublisher-Familie, und alle waren so sympathisch. Und natürlich habe ich auch wieder Bücher gekauft und voller Vorfreude meine neuen Schätze nach Hause gebracht.
Egal, ob als Besucher oder Aussteller: Ich liebe den Zauber kleiner Buchmessen. Es gibt so viele Schätze zu entdecken und so viele tolle und inspirierende Gespräche zu führen. Ich hoffe, dass der Trend zu diesen kleinen Buchmessen noch ganz lange anhält, und kann nur jedem empfehlen, so eine Veranstaltung zu besuchen. Jedes verkaufte Buch ist für uns Autoren eine kleine Bestätigung, dass unsere Arbeit nicht nur uns, sondern auch andere Menschen glücklich macht. Und das ist doch eigentlich das Wundervollste, was man mit seiner Arbeit erreichen kann, oder?
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