Mein Garten
Eigentlich wollte ich gar keinen Schrebergarten mit all dem Vereinsgedöns und den Vorschriften. Aber eine kleine Wohnung für mich allein gab und gibt unser Budget nicht her und so schlug mein Mann vor, dass wir mal nach einem Garten schauen. Und wir wurden sehr schnell fündig.
Als ich den Garten im Herbst 2023 übernommen habe, gab es dort nur flaches Land sozusagen. Abgesehen von einem Hochbeet, einem Gewächshaus und einem Geräteschuppen mit angrenzendem Tomatenbeet. Es gab fünf riesige Gemüsebeete, einige Blumenbeete und ansonsten nur Rasen. (Spoiler: Jetzt gibt es nur noch drei Gemüsebeete, von denen zwei in Betrieb sind, und in den übrigen Beeten wächst vor allem Gras, dem ich einfach nicht Herr werde.)
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Es gab keine Laube - das wichtigste Gartenelement für mich, denn ich würde ja hauptsächlich zum Schreiben dort sein (dachte ich). Also war der Bau einer solchen erst einmal höchste Priorität. Im November fingen wir mit dem Bau(satz) an, dort, wo vorher eine offene Terrasse mit zwei Sichtschutzelementen gewesen war. Genial geplant, denn dann kamen der Regen und der Winter und es konnte monatelang nicht weitergehen.
So zogen sich die Außengestaltung und der Innenausbau bis in die Gartensaison 2024, was dem Obmann der Anlage nicht gefiel, der seine Parzelle gegenüber von meiner hat. Er sprach mich immer wieder darauf an, dass ich der kleingärtnerischen Nutzung nicht ausreichend nachkommen würde, dass die Laube unwichtig sei (so verschieden können die Prioritäten sein!) und ich mich zu allererst um den Anbau kümmern müsse.
Es wurde so schlimm, dass ich schon gar nicht mehr in den Garten gehen mochte. Jedesmal fing er mich ab und drohte damit, mich dem Vorstand zu melden. Hätten wir nicht die Laube aufgebaut, hätte ich den Garten direkt wieder gekündigt. Aber ich hing schon jetzt an meiner kleinen Schreibstube und wollte sie nicht aufgeben.
Ich mühte mich also pflichtschuldigst mit den Beeten ab - erfolglos. Das, was wirklich gut wuchs, war das Gras, und zwar vor allem auch in den Beeten. Mein Gemüse blieb klein oder ging ganz ein.
Immerhin schaffe ich es, die Laube innen sowie außen an zwei Wänden zu streichen und sie einzurichten. Und dann konnten wir auch endlich den Boden verlegen.
Und meinem Obmann konnte ich die Luft aus den Segeln nehmen, indem ich mich selbst an den Vorstand wandte. Der beruhigte mich: Im ersten Jahr wird von neuen Pächtern gar nichts erwartet, solange man sieht, dass sie da sind und sich etwas tut. Puh!
Im Herbst beschloss ich dann, den Boden in den Beeten zu verbessern. Meine Tochter hält Kaninchen und Enten, und so landeten viele Fuhren Stallmist auf zwei Beeten - ein Beet mit Kaninchenmist und ein Beet mit Entenmist. Obendrauf noch etliche Säcke Kompost aus dem Baumarkt. Das dritte Beet schaffte ich aus Zeitgründen nicht. Nachdem ich aber gehört habe, dass ein Kräuterbeet auch als Anbaufläche zählt, beschloss ich, im dritten Beet einfach Kräuter zu pflanzen. Kräuter mögen ja durchaus nicht zu viele Nährstoffe, oder?
Und wir stellten einen Staketenzaun auf. Ich liebe Staketenzäune und wollte schon immer einen haben. So ging ich frohen Mutes in die Winterpause.
Und stellte fest, dass der kleine Gasofen nur bis etwa 10° C ausreicht. Bei Temperaturen darunter wird es in der kleinen Schreibstube zu kalt.
Fortsetzung folgt.