Vorab: Ich schreibe keine Krimis. Seine Lieblinge zu töten, ist aber unabhängig vom Genre eine der vielen Zutaten für einen guten Roman. Dabei muss man das nicht wörtlich nehmen. Es reicht „schon“, seine Protagonisten, also die Helden der Geschichte, so richtig leiden zu lassen. Das fesselt den Leser und macht die Geschichte spannend, denn natürlich möchte man wissen, was danach geschieht.
Mir persönlich fällt es offengestanden ziemlich schwer mit diesem Leidensding. Aber auch mir ist klar, dass ein wenig Leid wichtig ist für eine gute Geschichte. Nun schreibe ich ja aber in dem Genre Cozy Fantasy. Meine Romane sollen diesen Wohlfühlfaktor haben. Deshalb geht es in ihnen in erster Linie um Atmosphäre, und zwar eine positive Atmosphäre, die meine Leser sich wohlig in den Sessel oder das Sofa kuscheln lässt. Vielleicht schließen sie sogar für einen Moment die Augen und lassen das gute Gefühl ein wenig nachwirken.
Ich hatte neulich ein interessantes Gespräch mit meiner Lektorin. Sie sagte, dass das, was man selbst für Cozy Fantasy hält, oft eher das Gegenteil davon ist. Es gibt viel Aufregung, viel Kampf, viel Leid. Gerade in der High Fantasy, in der Fantasiewelten erschaffen werden, deren Bewohner sich in der Regel überhaupt nicht grün sind, wimmelt es von Schlachten und Einzelkämpfern, die immer wieder an den Rand des Erträglichen oder sogar darüber hinaus gebracht werden. Da sucht man den Cozynessfaktor dann vergeblich.
Ich liebe High Fantasy auch, aber so viel Kampf und Leid möchte ich auf keinen Fall für meine Romane. Ich mag keine Gewalt. Weder in der Fiktion noch im richtigen Leben. Als Serienjunkie ist das manchmal ein richtiges Problem. Viele Serien liebe ich, kann sie aber nur in geringen Dosen oder auch gar nicht schauen, weil ich die Gewalt nicht ertrage, was ich total schade finde.
Kill Your Darlings ist ein bisschen wie das Salz in der Suppe, finde ich: Weniger ist mehr.